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Der Krieg in der Ukraine – Veranstaltungen in Frankfurt und Aschaffenburg

Frankfurt: 17. September, 19:00 Uhr, Cafe Kurzschlusz, Kleiststraße 5, 60318 Frankfurt am Main

Aschaffenburg: 18. September, 15.00 Uhr, Stern e.V., Platanenallee 1, 63739 Aschaffenburg

Seit dem 24. Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland Ukraine.
Dieser Krieg ist die größte militärische Auseinandersetzung in Europa seit dem Zweiten
Weltkrieg. Obwohl beide Bevölkerungen eine gemeinsame Geschichte und zahlreiche familiäre Banden verbinden, unterscheiden sich die Gesellschaften Russlands und der Ukraine in vielerlei Hinsicht.
Während die ökonomischen Verhältnisse durch einen Kapitalismus, in denen Oligarchen eine bestimmende Rolle einnehmen, ähnlich sind, unterscheiden sich beide Länder auf kultureller und politischer Ebene stark voneinander.
War die Ukraine nach der Unabhängigkeit 1991 lange ein Brückenstaat zwischen Russland und der EU, haben sich die Verhältnisse spätestens nach der Revolte auf dem Kyjiwer Majdan-Platz 2013/14 geändert.
Seitdem orientiert sich eine Mehrheit der ukrainischen Bevölkerung politisch am Westen. Die russische Führung reagierte darauf mit der Annexion der Halbinsel Krim sowie dem Beginn einer militärischen Intervention in der Ostukraine.
Es gibt wirtschaftliche, politische und kulturell-ideologische Gründe für den Überfall der Putin-Regierung auf die Ukraine. Die Aggression ändert im Verhältnis der beiden Länder zueinander fast alles. Die ukrainische Bevölkerung setzt sich massiv gegen die Invasion zur Wehr. Auch linke, antiautoritäre und anarchistische Gruppen leisten Widerstand.

Worum geht es in diesem Krieg und warum handeln die Akteure auf diese Weise?
Diesen und anderen
Fragen geht der Vortrag zur Entwicklung des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine nach.

Erste Erfolge bei Klagen gegen Mainz liefert

Vor dem Arbeitsgericht Mainz erzielte die FAU Frankfurt/ Mainz einen ersten Erfolg gegen den ehemaligen Lieferdienst Mainz liefert. Mehrere Beschäftigte, die in der FAU Mitglied sind, hatten gegen ihre fehlerhafte Kündigung geklagt und u.a. den ausstehenden Lohn eingefordert.
Mainz liefert hatte zuvor im Rahmen einer gesetzeswidrig nicht bei der Arbeitsagentur Mainz angemeldeten Massenentlassung die Arbeitsverhältnisse in einem Schreiben vom 28.03.2022 zum 15.04. bzw. 01.05.2022 gekündigt. Der mitgeteilte Kündigungsgrund war die Betriebsschließung. Die Kündigungen enthielten teilweise falsche Fristen und waren nicht einmal unterschrieben.

Bei zwei der Klagen schien beim Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Mainz eine Einigung möglich. Die Richterin bot daraufhin an, vor den gerichtlichen Folgeterminen außergerichtlich weiter zu verhandeln. Auf diesem Weg konnte nun eine Einigung erreicht werden. Mainz liefert erkannte die Beendigung des Arbeitsverhältnisses zum 01.06.2022 an und die beiden ehemaligen Beschäftigen erhalten jeweils zwei volle Monatslöhne für April und Mai.

Enttäuschender Weise machte die Richterin bei den Güteverhandlungen klar, dass sie den Anspruch unserer Mitglieder auf ihr nicht ausgezahltes Trinkgeld nicht anerkennen wird.

Mainz liefert inszenierte sich als ein Unternehmen, das sein bestes tut, um lokale Geschäfte und Restaurants – gerade während der Pandemie – zu unterstützen. Die guten Konditionen den Geschäftspartnern gegenüber (weniger Provision pro Einkauf als andere Unternehmen) gingen aber zulasten der eigenen Beschäftigten. Fahrräder mit kaputten Bremsen, Smartphone-Halterungen die mit Klebeband zusammengeklebt waren, die Einbehaltung von Trinkgeld sowie das Verweigern von Urlaub sowie (teilweise) der Bezahlung von Krankheitstagen gehörten zum Arbeitsalltag.

Die FAU führte mehrere Aktionen durch, um Beschäftige auf ihre Rechte aufmerksam zu machen und die Öffentlichkeit über die Missstände im Unternehmen zu informieren. Anstatt die schlechten Arbeitsbedingungen zu verbessern, schlossen die Inhaber den Laden kurz darauf einfach und kündigten allen Beschäftigten kurzfristig. Bereits am Tag nach den ausgesprochenen Kündigungen war keine Arbeit mehr möglich, die Computersysteme waren deaktiviert und die Zeit bis zum Ende der Kündigungsfrist wollte Mainz liefert auch nicht bezahlen.

Die Reihe von Verfahren gegen Mainz liefert ist noch nicht abgeschlossen; im September wird weiterverhandelt. Die FAU ist optimistisch, dass auch hier die Forderungen durchgesetzt werden können.

DK, FAU FFM

Kuddelmuddel vorm Arbeitsgericht – kein entspanntes Arbeiten beim Hanfprodukt-Großhändler

Von der FAU Pfalz/Saar haben wir den Fall eines dort lebenden Genossen übernommen. Dieser wurde  jetzt vor dem Arbeitsgericht Darmstadt abgeschlossen. Ohne Ankündigung war dem Genossen der Zugang zu den Online-Programmen bei der Arbeit gesperrt worden. Einen Tag später folgte die Kündigung: Per E-Mail und damit ungültig.

Gegen die Kündigung und zur Einforderung ausstehendem Lohns sowie Lohnfortzahlungen für Urlaubszeiten klagte der Genosse mit Unterstützung der FAU gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber: die Firma Arvaloo aus Ginsheim-Gustavsburg bei Mainz. Die Firma vertreibt CBD-Produkte*. Ein Gütetermin vorm Arbeitsgericht brachte kein Ergebnis, das Angebot des ehemaligen Arbeitgebers war schlicht unakzeptabel. Die Argumentation des Anwalts der Gegenseite, der Arbeitsvertrag sei nur „zum Schein“ erstellt worden, tatsächlich wären andere Konditionen vereinbart worden, fand auch die Richterin reichlich suspekt und deutete an, hier könne ein Fall für die Staatsanwaltschaft vorliegen.

Mit Hilfe einer Anwältin ging es dann in die Hauptverhandlung. Die bestehende Situation beschrieb die Anwältin mehrfach als „Kuddelmuddel“. Vom ex-Arbeitgeber gab es für einen tatsächlichen Beschäftigungszeitraum von gerade mal drei Monaten drei Arbeitsverträge und vor Gericht wurde dann von einem der Chefs behauptet, diese seien eigentlich gar nicht gültig. Statt dem vereinbarten Lohn wollten die Geschäftsführer nur eine Provision zahlen, die einen Betrag weit unterhalb des Mindestlohns bedeutet hätte.

Auf Drängen der Richterin wurde eine Einigung zwischen beiden Seiten erreicht. Der Genosse erhält dadurch für nicht gezahlten Lohn und als Abfindung insgesamt 5.000 €.

Die FAU  Frankfurt kann somit einen weiteren positiven Fall gewerkschaftlicher Beratung auf ihrem Erfolgskonto verbuchen.

 

*CBD-Produkte wie z.B. Öle oder Nahrungsergänzungsmittel werden aus Hanf hergestellt, durch ihren geringen THC-Gehalt wirken sie aber nicht psychoaktiv oder halluzinatorisch.

 

DK,  FAU Frankfurt

Erste Mai mit der FAU Frankfurt

Am diesjährigen ersten Mai war die FAU Frankfurt besonders fleißig.
Wie angekündigt beteiligte sie sich an gleich 2 Demonstrationen.

Am Vormittag waren unsere Aktivist*innen beim Antiautoritär-sozialrevolutionären 1. Mai, einem Block in der ansonsten eher DGB und KP-lastigen erste Mai Demonstration anzutreffen. Unser Redebeitrag zur aktuellen Tarifverhandlung im Sozial- und Erziehungsdienst und den erbärmlichen Forderungen Verdis wurde mit viel Beifall quittiert.

Am Abend beteiligte sich die FAU Frankfurt mit einem eigenen Block und Redebeitrag an der revolutionären erste Mai Demonstration.
Die Demo war – trotz des befremdlichen Auftretens an der Demospitze mit Hammer- und Sichel-Fahnen, die für uns ein Symbol des Marxismus-Leninismus und damit eine Symbol der autoritären und Menschen vernichtenden Strömung des Kommunismus sind – auf Grund der über 1000 Teilnehmer*innen ein Erfolg.

Auch die Mitglieder unserer Sektion Aschaffenburg waren am 1. Mai auf
der Straße und beteiligten sich an einem antikapitalistischen Block
innerhalb der DGB-Demo in Aschaffenburg. In ihrem Redebeitrag thematisierten sie u.a. die zunehmende Prekarisierung der Arbeitswelt und die Kämpfe für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen.

Heraus zum ersten Mai in Frankfurt

Am diesjährigen ersten Mai gibt es in Frankfurt am Main gleich 2 Möglichkeiten, mit der FAU für die Verbesserung der sozialen Bedingungen und für die Abschaffung des Kapitialismus zu demonstrieren.

Antikapitalisitscher und antimilitaristischer Block in der allgemeinen Gewerkschafts – Demo.
Wir zahlen nicht für eure Militarisierung!
Care-, Klima- und Klassenkampf.
Jetzt erst recht!

Start: Hauptwache I 10: 30 Uhr

Die FAU wird hier ein Rede zu den Tarifverhandlungen im Sozial- und Erziehungsdienst halten.
Den Aufruf findet ihr hier: https://ffm.demosphere.net/event/7735

Antiautoritär-sozialrevolutionärer 1. Mai
Start: Willy-Brandt Platz I 18:00 Uhr bei den schwarz-roten Fahnen
Die FAU wird hier eine Rede zu Krieg, Nationalismus und den Folgen halten.

Hier Der Aufruf der FAU Frankfurt:

Raus zum antiautoritär-sozialrevolutionären ersten Mai in Frankfurt!

Die Corona-Pandemie der letzten Jahre hat die Ungerechtigkeiten und Widersprüche des Kapitalismus verdeutlicht. Die soziale Lage der Lohnabhängigen verschlechterte sich in Folge sowohl innerhalb Deutschlands als auch weltweit.
Der 1.Mai 2022 steht unter den Zeichen von noch mehr Leid.
Der von Putin befohlene Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die Barbarei des Krieges nun auch in Europa ankommen lassen. Das Expansionsbestreben Putins und der mörderische Krieg sind durch nichts zu rechtfertigen. Die Forderungen nach Abzug der russischen Truppen aus der Ukraine und nach einer sofortigen Beendigung des Blutvergießens sind mehr als berechtigt. Sie machen jedoch all die anderen Kriege, die in den letzten Jahrzehnten weltweit geführt wurden – fast immer angetrieben von imperialem Machtstreben, häufig leider auch angeführt von den USA wie auch anderen NATO-Staaten und unterstützt von deutschen Waffenexporten – nicht vergessen!
Diese militärisch und ökonomisch geführten Kriege weisen auf eine derzeit durch massive Kriegsrhetorik verschleierte Doppelmoral des Westens hin. Während Deutschlands Politiker*innen sich anlässlich des aktuellen Krieges als Hüter*innen von Demokratie und Menschrecht gerieren, schweigen sie zu den Kriegsverbrechen befreundeter oder nützlicher Machthaber.
Seit Jahren wird die Verwandlung des Mittelmeeres in ein Massengrab jener, die sich als Folge der durch den globalen Norden provozierten Klimaveränderung auf die Flucht wagten, toleriert. Aufrüstung und Militarisierung der Gesellschaft erfahren aktuell einen Schub, während an den Grenzen immer noch Hautfarbe, Nationalität, Geschlecht und die potentielle Verwertbarkeit der Arbeitskraft darüber entscheiden, ob ein Mensch der Aufnahme würdig ist oder stirbt.
Unter den Eindrücken des Krieges in der Ukraine erstarken Nationalismen auf allen Seiten. Sie lassen schnell vergessen, dass die eigentlichen Grenzen nicht zwischen Nationen, sondern in der Regel zwischen arm und reich verlaufen. In der Kriegsregion wird vornehmlich das Blut derer vergossen, die die Befehle der Herrschenden entgegennehmen, und nicht das der Herrschenden selbst. In Europa sind es die in Folge von Corona und Krieg steigenden Preise für Lebensmittel und Energie, die insbesondere den Teil der Bevölkerung treffen, der schon jetzt nicht weiß, wie er Miete und laufende Kosten zahlen soll. Auch die Begleichung kommender Krisenrechnungen wird vornehmlich auf dem Rücken der lohnabhängigen Klasse ausgetragen werden. Die wahrscheinliche Erhöhung des Renteneintrittsalters, Reallohneinbußen, weitere Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen und an den Sozialetats treffen sie und nicht die Reichen und Mächtigen dieser Welt. Selbstverständlich werden die infolge des Krieges erwarteten Hungersnöte ebenfalls nicht die Besitzenden, sondern die Ärmsten bedrohen.
Deswegen gehen wir am ersten Mai auf die Straße. Der erste Mai ist seit 1886 der Tag, an dem wir weltweit nicht nur für konkrete Verbesserungen unserer Lebens- und Arbeitsbedingungen einstehen, sondern auch für eine revolutionäre Perspektive kämpfen.
Für uns heißt das, den Kapitalismus – ein System, das Profitinteressen über Menschenleben stellt – zu überwinden und mit ihm die Machtverhältnisse, die uns weltweit unterdrücken. Der erste Mai ist damit auch ein Tag, der auf Solidarität beruht, statt auf der für den Kapitalismus typischen Herrschaft und Konkurrenz.

Wir sagen:
Schluss mit Kapitalismus, menschenverachtender Wirtschaft, autokratischen und totalitären Systemen!
Für eine herrschaftsfreie Welt!
Wir rufen im Rahmen der sozialrevolutionären Demonstration am 1. Mai zur Bildung eines anarchistischen, anarcho-syndikalistischen, antiautoritären Blocks auf.

Ihr findet uns bei den schwarz-roten Fahnen!
Treffpunkt: Willy-Brandt Platz I 18:00 Uhr

Für ein gemeinsames, offenes und solidarisches Auftreten der libertären Gruppen und antiautoritären Geister.
Bringt gerne Musik, eine laute Stimme und das ein oder andere Transparent oder Schild mit!
Es soll keinen durch Seitentransparente geschlossenen Block geben.
Lasst uns an diesem Tag gemeinsam, aber nicht abgeschottet, ausgrenzend und ohne Nationalfahnen auftreten.
Eine bessere Welt ist möglich!

FAU Frankfurt a.M. I Gewerkschaft für alle Berufe I Mühlgasse 13 , 60486 Frankfurt I frankfurt.fau.org

Stellungnahme der FAU Frankfurt/Mainz zu dem Artikel „Mainz liefert“: Umstrittene Gewerkschaft erhebt schwere Vorwürfe vom 08.03.2022 auf Merkurist.de

Auf dem Online Portal Merkurist.de erschien folgender Beitrag.

Die FAU Frankfurt bezieht hierzu wie folgt Stellung:

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Rahmen der in Ihrem Artikel erwähnten Mediation hat die FAU eine Vereinbarung vorbereitet, in der es um die Anerkennung der genannten arbeitsrechtlichen Standards und eine Kommunikation an die Beschäftigten über die firmeninternen Prozesse zur Inanspruchnahme ihrer Rechte geht.
Für „Mainz liefert“ wäre es mit einer einfachen Unterschrift unter dieser Vereinbarung (wir senden Ihnen diese auf Anfrage gerne separat zu) ein Leichtes gewesen, den Konflikt schnell und geräuschlos beizulegen.
Stattdessen verweigern die Firmeninhaber nach wie vor jedes direkte Gespräch mit Vertreter*innen unserer Gewerkschaft und haben mit dem Angebot der Mediation durch ihre Rechtsschutzversicherung offenbar auf Zeit gespielt. Zudem wurde an uns die Erwartung herangetragen, dass wir über einige der rechtlich verankerten Mindeststandards verhandeln.
Da das Verhandeln über potentielle Abstriche beim Arbeitsrecht einer Gewerkschaft jedoch nicht zusteht, haben wir die Mediation abgebrochen und sahen uns zu einer weiteren öffentlichen Aktion genötigt, an der sich ca. 40 Aktivist*innen beteiligten.
Im Verlauf der Aktion wurden wir von einem uns bis dahin nicht bekannten Mitarbeiter angesprochen. Auch in diesem Gespräch erhärtete sich der Eindruck, dass es mit der Aufklärungsarbeit über die Rechte der Mitarbeiter*innen bei „Mainz liefert“ – im Gespräch ging es um das Recht auf bezahlten Urlaub – nicht weit her ist. Dem Mitarbeiter war nicht einmal bekannt, dass auch Mini-Jobber*innen, wie er selbst, Anspruch auf bezahlten Urlaub haben. Selbstverständlich haben wir ihn aufgeklärt.
Vorwürfe über angebliche anonyme Anrufe bei Mitarbeitern weisen wir aufs Schärfste zurück, sie grenzen an Verleumdung und sind gegebenenfalls ein Fall für das Gericht, ebenso wie die Behauptung, das wir von keiner*m Beschäftigten ein Mandat zur Vertretung hätten. Wir haben den Firmeninhabern am 12.02.2022 die Urkunde eines Notars zukommen lassen, dass wir eine durch Mitglieder im Betrieb vertretene Gewerkschaft sind. Und wir beabsichtigen die uns dadurch zustehenden Rechte im Betrieb wahrzunehmen.
Unser Ziel besteht einzig und alleine darin, unsere Mitglieder gewerkschaftlich zu vertreten und in Konflikten am Arbeitsplatz zu unterstützen. Entsprechend setzen wir uns für die Einhaltung arbeitsrechtlicher Standards ein und kämpfen gegen deren Untergrabung überall dort, wo uns dies bekannt wird.
Die FAU ist mit diesen Aufgaben hinreichend beschäftigt und hat Besseres zu tun, als wahllos Unternehmen – wie von „Mainz liefert“ behauptet – in der Öffentlichkeit schlecht zu machen.

Im Wirtschaftlichen wie im Privaten gilt vielmehr, wer sich schlecht benimmt, muss sich nicht wundern, wenn der eigene Ruf darunter leidet.

Dörthe Stein
Pressesprecherin – FAU Frankfurt/Mainz

Mainz läuft gegen „Mainz liefert“!


Dem Motto Mainz läuft gegen „Mainz liefert“ folgend, demonstrierte die FAU Frankfurt mit ihrer Sektion in Mainz im Rahmen eines Arbeitskampfes am Freitag, den 4.3.2022 rund um den Geschäftssitz des Lieferservices „Mainz liefert“.
Wie schon bei der ersten Aktion, ging es den rund 40 Gewerkschafter*innen und Sympathisierenden darum, die Einhaltung existierender Arbeitsrechte durchzusetzen, nachdem dies unseren Kenntnissen zur Folge bisher nicht der Fall ist.
Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, bezahlter Urlaub, die Einhaltung der Mindesteinsatzzeiten, die Bereitstellung von Mobiltelefonen mit Datenvolumen (bzw. eine Nutzungsentschädigung) , die Bereitstellung aller sonstigen für die Ausübung der Tätigkeit notwendigen Arbeitsmittel gehören zum Forderungskatalog, ebenso wie die Aufnahme der Verhandlungen zur Erhöhung des Stundelohnes von 9.82 € seitens des Arbeitgebers.
Nachdem der Versuch eines Vaters der beiden Bosse von Mainz liefert, die Aktion polizeilich verbieten zu lassen, erfolglos blieb, konnte die Aktion unbehelligt und unter viel Zustimmung des Publikums abgehalten werden.
Prophylaktisch kündigte FAU zudem an, die Geschäftspartner*innen demnächst über das Treiben der „Mainz liefert“-Chefetage zu informieren, sofern es weiterhin zu Verweigerung von direkten Gesprächen und einer Einigung kommt.
Die FAU versicherte allerdings, dass sie unmittelbar von weiteren Aktionen absehen wird, sobald Mainz liefert die Einhaltung der arbeitsrechtlichen Standards und deren Kontrollierbarkeit schriftlich zugesagt hat.

Mainz läuft gegen „Mainz liefert“!

Protestaktion der FAU Frankfurt/ Mainz/ Aschaffenburg gegen miese Arbeitsbedingungen!

Am kommenden Freitag, den 04.03.2022 rufen wir dazu auf, ab 16.00 Uhr mit uns gegen die miserablen Arbeitsbedingung beim Lieferservice „Mainz liefert“ zu protestieren.
Da die Geschäftsleitung Verhandlungen mit uns verweigert und die bisherigen Rechtsverstöße gegen geltendes Arbeitsrecht leugnet, sehen wir uns gezwungen, die Missstände in die Öffentlichkeit zu tragen.

Wir fordern:

• Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
• Bezahlten Urlaub
• Einhaltung der Mindesteinsatzzeiten
• Bereitstellung von Mobiltelefonen mit Datenvolumen (oder Nutzungsentschädigung)
• Bereitstellung aller sonstigen für die Ausübung der Tätigkeit notwendigen Arbeitsmittel

Außerdem verlangen wir Verhandlungen über die Erhöhung des Stundenlohns, der bisher nur dem erbärmlichen Mindestlohn von 9,82 Euro entspricht.

Helft uns, gemeinsam diese Forderungen durchzusetzen.

Treffpunkt
Freitag, den 04.03.2022, 16:00 Uhr.
Spielplatz vor dem Irish Pub Porterhouse in der Große Langgasse 4, 55116 Mainz

Weitere Infos über den Arbeitskonflikt auf dieser Seite.
Stoppt Union Busting und Ausbeutung bei „Mainz liefert“!

„Mainz liefert“ – weitere Proteste nach gescheiterter Mediation

Am 24. Februar musste die FAU den von der gegnerischen Rechtsschutzversicherung initiierten Mediationsversuch zwischen der Geschäftsführung von Mainz liefert und der FAU Frankfurt/ Mainz für gescheitert erklären.
Auf unsere Vorschläge zur zukünftigen und überprüfbaren Einhaltung der Arbeitsgesetze wurde leider nicht adäquat eingegangen.
Absurderweise mussten wir auch vor der juristisch ausgebildeten Mediatorin klarstellen, dass weder Urlaubsansprüche noch andere rechtliche Minimalstandards für uns zur Diskussion stehen.
Entgegen der von uns vorgeschlagenen „Konfliktpause“ während der Mediation, wendete sich Mainz liefert an die Allgemeine Zeitung in Mainz, verbreitete unwahre Behauptungen zum Umgang mit ihren Mitarbeiter*innen und beklagte sich über unser rufschädigendes Vorgehen.
Während sich unser Wissen über permanente Verstöße geltender Arbeitsrechte (Nichteinhaltung der Mindesteinsatzzeiten, Vorenthalten von Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, …) bei Mainz liefert durch Leser*innen des Artikels in der Allgemeinen Zeitung und anderer Meldungen erhärtete, scheute sich Mainz liefert nicht, tief in die Trickkiste des Union Bustings zu greifen.
Obwohl das Unternehmen wegen seiner früheren rechtlichen Verstöße bereits beim Arbeitsgericht bekannt ist, konnten offensichtlich einige Mitarbeiter*innen gewonnen werden, ein Schreiben an uns zu signieren, in dem wir gebeten werden, das Unternehmen und die Unterschreibenden in Ruhe zu lassen.
Im Sinne unserer Mitglieder können wir diesem Wunsch selbstverständlich nicht nachkommen.
Geltendes Arbeitsrecht bleibt für uns unverhandelbar!
Zur Durchsetzung unserer Forderungen sind aktuell weiter öffentlichkeitswirksame Aktionen in Planung. Wir werden an dieser Stelle darüber berichten.
Weiter Informationen zum Arbeitskonflikt und den bisherigen Geschehnissen unter:

„Mainz liefert“ leugnet Rechtsverstöße
Mainz liefert – So nicht!

„Mainz liefert“ leugnet Rechtsverstöße

Aus einem am 15. Feburar in der Mainzer Allgemeinen Zeitung erschienen Artikel ist zu entnehmen, daß die Chefs von „Mainz liefert“ offensichtlich jegliche uns bekannten arbeitsrechtlichen Verstöße gegenüber der Zeitung leugneten.

Mainz liefert leugnet arbeitsrechtliche Verstöße

Wir haben der Allgemeinen Zeitung unsere Stellungnahme zukommen lassen.

Stellungnahme der FAU Frankfurt/Mainz zu dem Artikel >>„Mainz liefert“ kontert Kritik << vom 15.02. 2022 in der Allgemeinen Zeitung

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben Ihren oben genannten Artikel zur Kenntnis genommen und nehmen dazu wie folgt korrigierend Stellung.
Uns liegen einschlägige Berichte über Verstöße gegen geltende Arbeitsrechte bei „Mainz liefert“ vor. Wir stehen nach wie vor zu den von uns erhobenen Anschuldigungen.
Diese werden, seitdem wir die Öffentlichkeit mit einer ersten Aktion über die Rechtsbrüche bei „Mainz liefert“ informierten, zunehmend auch durch ehemalige Mitarbeiter*innen, die via Soziale Medien Kontakt zu uns aufnehmen, bestätigt.
Wir fordern für unsere Mitglieder und Kolleg*innen die Einhaltung geltender Rechte hinsichtlich Entlohnung und Arbeitssicherheit und werden uns weiterhin dafür einsetzen.
Das bei der Protestaktion unter den gut ein Dutzend Gewerkschaftsmitgliedern keine Mitarbeiter*innen von „Mainz liefert“ waren, liegt in der Natur der Sache. Wir sind als Gewerkschaft eine Organisation, die dem Schutz ihrer Mitglieder in den Betrieben verpflichtet ist. Dazu gehört unter anderem die Wahrung ihrer Anonymität.
Gerade in vermeintlich hippen Start-Ups, die sich mit „familiären Verhältnissen“ sowie „Getränken und Snacks“ rühmen, in deren Genuss unsere Mitglieder im Übrigen bisher noch nicht kamen, ist häufig eine „Hire and Fire“ – Mentalität vorzufinden, von der besonders diejenigen Kolleg*innen betroffen sind, die sich gegen Unrecht und Schikane wehren.
Nicht nur deshalb raten wir Arbeitenden aller Berufe sich in Gewerkschaften zu organisieren, um sich bei Arbeitskonflikten gegenseitig zu unterstützen.
Wir freuen uns zudem weiterhin über Erfahrungsberichte ehemaliger oder aktueller Kollegen*innen von „Mainz liefert“ sowie die Dokumentation unserer Stellungnahme in ihrer Zeitung.
Mit freundlichen Grüßen,

Dörthe Stein
Pressesprecherin – FAU Frankfurt/Mainz

Gewerkschaft für alle Berufe
Mühlgasse 13 I 60486 Frankfurt a.M. I Tel.: 0176 516 729 90 I fauffm-kontakt@fau.org I frankfurt.fau.org