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„Mainz liefert“ leugnet Rechtsverstöße

Aus einem am 15. Feburar in der Mainzer Allgemeinen Zeitung erschienen Artikel ist zu entnehmen, daß die Chefs von „Mainz liefert“ offensichtlich jegliche uns bekannten arbeitsrechtlichen Verstöße gegenüber der Zeitung leugneten.

Mainz liefert leugnet arbeitsrechtliche Verstöße

Wir haben der Allgemeinen Zeitung unsere Stellungnahme zukommen lassen.

Stellungnahme der FAU Frankfurt/Mainz zu dem Artikel >>„Mainz liefert“ kontert Kritik << vom 15.02. 2022 in der Allgemeinen Zeitung

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben Ihren oben genannten Artikel zur Kenntnis genommen und nehmen dazu wie folgt korrigierend Stellung.
Uns liegen einschlägige Berichte über Verstöße gegen geltende Arbeitsrechte bei „Mainz liefert“ vor. Wir stehen nach wie vor zu den von uns erhobenen Anschuldigungen.
Diese werden, seitdem wir die Öffentlichkeit mit einer ersten Aktion über die Rechtsbrüche bei „Mainz liefert“ informierten, zunehmend auch durch ehemalige Mitarbeiter*innen, die via Soziale Medien Kontakt zu uns aufnehmen, bestätigt.
Wir fordern für unsere Mitglieder und Kolleg*innen die Einhaltung geltender Rechte hinsichtlich Entlohnung und Arbeitssicherheit und werden uns weiterhin dafür einsetzen.
Das bei der Protestaktion unter den gut ein Dutzend Gewerkschaftsmitgliedern keine Mitarbeiter*innen von „Mainz liefert“ waren, liegt in der Natur der Sache. Wir sind als Gewerkschaft eine Organisation, die dem Schutz ihrer Mitglieder in den Betrieben verpflichtet ist. Dazu gehört unter anderem die Wahrung ihrer Anonymität.
Gerade in vermeintlich hippen Start-Ups, die sich mit „familiären Verhältnissen“ sowie „Getränken und Snacks“ rühmen, in deren Genuss unsere Mitglieder im Übrigen bisher noch nicht kamen, ist häufig eine „Hire and Fire“ – Mentalität vorzufinden, von der besonders diejenigen Kolleg*innen betroffen sind, die sich gegen Unrecht und Schikane wehren.
Nicht nur deshalb raten wir Arbeitenden aller Berufe sich in Gewerkschaften zu organisieren, um sich bei Arbeitskonflikten gegenseitig zu unterstützen.
Wir freuen uns zudem weiterhin über Erfahrungsberichte ehemaliger oder aktueller Kollegen*innen von „Mainz liefert“ sowie die Dokumentation unserer Stellungnahme in ihrer Zeitung.
Mit freundlichen Grüßen,

Dörthe Stein
Pressesprecherin – FAU Frankfurt/Mainz

Gewerkschaft für alle Berufe
Mühlgasse 13 I 60486 Frankfurt a.M. I Tel.: 0176 516 729 90 I fauffm-kontakt@fau.org I frankfurt.fau.org

Supervision? Mediation? Organisation!

Wir dokumentieren folgendes Flugblatt der FAU Region Süd AG Sozial- und Erziehungsdienst:

Was wir jetzt erleben:

Der Tarifvertrag für den Sozial- und Erziehungsdienst (SuE) ist zum Ende des Jahres 2021 gekündigt und bis zum Mai 2022 soll es zu Tarifauseinandersetzungen mit dem Verband der kommunalen Arbeitgeber kommen. Als Freie Arbeiter*innen-Union (FAU) werden wir diese Auseinandersetzungen dazu nutzen, in den Betrieben mit unseren Kolleg*innen diskutieren und gewerkschaftliche Betriebsgruppen zu gründen.

Im Sozial- und Erziehungsdienst gibt es seit Jahren viele verschiedene Probleme, die dringend gelöst werden müssen. Das betrifft einmal unsere Arbeitsbedingungen, die sich während der Corona-Pandemie weiter verschlechtert haben, wie auch die vergleichsweise schlechte Bezahlung in unserer Branche.

Wir sehen wegen der immer anspruchsvolleren und verdichteten Arbeit dringenden Bedarf an einem wesentlich längeren Jahresurlaub, wie es ihn in anderen pädagogischen Arbeitsfeldern (z.B. bei Lehrer*innen) schon lange gibt, und eine seit Jahrzehnten immer wieder von linken GewerkschafterInnen geforderten Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden pro Woche bei vollem Lohnausgleich.

ver.di und GEW haben im November 2021 eine faktische Lohnsenkung vereinbart. Von Applaus zahlt niemand seine Miete – von Reallohnsenkungen durch ver.di/GEW auch nicht!

Was auf uns zukommt:

Die Teuerungsrate in Deutschland hat im November 2021 mit über fünf Prozent den höchsten Stand seit fast 30 Jahren erreicht. In dieser Situation wurde von ver.di und GEW ein neuer Tarifvertrag unterschrieben, das Ergebnis ist für die 800.000 betroffenen Beschäftigten ein Desaster.

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Mainz liefert – So nicht!   

Am Freitag, den 4. Februar war es Zeit, >>Mainz liefert<<  die rote Karte zu zeigen.

Vornehmlich die in Mainz lebenden Mitglieder der FAU Frankfurt zogen in den bewährten leuchtend gelben Arbeitskampfwesten mit Banner und Fahnen vor die Zentrale des als Start-Up firmierenden Lieferdienstes. Dort wurden,  musikalisch untermalt von einschlägigen Gewerkschaftsliedern,  Flyer an die Fahrer*innen und an Passant*innen verteilt.

Was war passiert?

Bei dem Lieferdienst beschäftigte Mitglieder der FAU hatten auf einem Gewerkschaftstreffen über die dort herrschenden, miserablen Arbeitsbedingungen berichtet.

Fundamentale Rechte, wie die Gewährung von bezahltem Urlaub oder die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall werden verweigert.  Zudem wird sich nicht an die gesetzlich vorgeschriebenen Mindesteinsatzzeiten gehalten. Das heißt, es werden Zwangspausen angeordnet, sobald zu wenig  Aufträge vorhanden sind oder die Beschäftigten werden bereits nach kurzer Zeit  wieder nach Hause geschickt.

Auch die Ausrüstung der Fahrer*innen ist weder verkehrssicher noch entspricht sie dem, was arbeitsvertraglich zugesichert wurde.

Nachdem ein Versuch der FAU Frankfurt, sich mit der Geschäftsleitung schnell und ohne weitere Eskalationen zu einigen, scheiterte und >>Mainz liefert<< einen weiteren Kontakt ablehnte, sahen die Gewerkschafter*innen sich genötigt,  vor die Zentrale des Lieferdienstes zu ziehen, um so ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen und gleichzeitig die Öffentlichkeit über das inakzeptable Geschäftsgebaren der Firma zu informieren.

Nochmals wurde die Geschäftsleitung aufgefordert, sich künftig an geltende Arbeitsgesetze zu halten und dies an die Belegschaft zu kommunizieren.

Wir fordern:

  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
  • Bezahlten Urlaub
  • Die Einhaltung der gesetzlichen Mindesteinsatzzeiten
  • Verkehrssichere Arbeitsfahrzeuge
  • Die kostenfreie Bereitstellung der nötigen Arbeitsbekleidung und eines Diensthandys inkl. Datenvolumen
  • Eine erhebliche Erhöhung des erbärmlichen Stundenlohnes von derzeit 9.82 €

Ein sich als Chef ausgebender Mitarbeiter des Unternehmens ließ im Verlauf der Aktion durch sein Verhalten abermals erhebliche Zweifel an der Seriosität des Start-Ups aufkommen, indem er mit erhobenem Stinkefinger,  permanent wiederholtem >>die spinnen total<< auf den Lippen, mehrfach an unseren Aktivist*innen vorbei rauschte.

Wir sagen – So nicht!

Wir werden bis zur Erfüllung unserer Forderungen dafür sorgen, dass Kund*innen, Nachbar*innen und Geschäftspartner*innen erfahren, mit wem sie es zu tun haben.

Wenn Mainz liefert, dann nicht auf Kosten der Beschäftigten!

Flyer zum Download

Presse
Sensor-Magazin
Merkurist Mainz

FAU Frankfurt zu COVID-19

Da wir in der letzten Zeit auf unseren Standpunkt zu COVID-19 und den damit verbundenen Maßnahmen angesprochen wurden, möchten wir im Folgenden kurz Stellung beziehen:

Grundsätzlich orientieren wir uns bezüglich COVID-19 an den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen und passen unser Handeln entsprechend daran an.

Solidarität, gegenseitige Hilfe und eine solidarische Krisenbewältigung sind unsere Leitsätze. Bei der Eindämmung von COVID-19 setzen wir deshalb auf Impfungen, Tests, Masken, Abstand und Hygienemaßnahmen. So schützen wir neben uns selbst auch diejenigen, für die eine Impfung nicht oder noch nicht möglich ist.

Neben diesen für uns gültigen Umgang heißt solidarische Krisenbewältigung für uns auch, dass wir die Forderungen nach:

  • sofortiger Aufhebung aller Impfpatente
  • gerechter Impfstoffverteilung und Support für die Länder des globalen Südens
  • Verteilung der durch die Pandemie entstandenen Kosten zu Lasten der Reichen, statt auf den Rücken der Arbeitenden

unterstützen.

Ganz entschieden verwehren uns gegen jegliche von Nationalisten*innen und Rechtsradikalen betriebenen Versuche der Etablierung einer Querfront bestehend aus Bürgerlichen, Rechtsradikalen und Linken gegen die aktuellen Bestimmungen zu COVID -19.

Für globale und grenzenlose Solidarität, statt Egoismus und nationalistische Krisenlösungen!

 

FAU Frankfurt solidarisch mit Gorillas Workers Collective

Am Samstag den 6. November zogen Mitglieder der FAU Frankfurt vor einen der Verteilzentren des Express – Lieferdienstes Gorillas.

Dort verliehen sie – sehr zur Freude einiger dort beschäftigter Riders – ihrer Solidarität mit den sich im Arbeitskampf befinden Beschäftigten des Gorillas Workers Collective Ausdruck und richteten sich allgemein gegen Ausbeutungsformen wie Lohndumping, unbezahlte Arbeit und die Befristung von Arbeitsverträgen. Diese sind auch bei Gorillas gang und gäbe.

Aktueller Anlass für die Solidaritätsaktion waren die im Oktober im Nachgang eines Streiks von Beschäftigten 3er Berliner Gorillas Filialen für bessere Arbeitsbedingungen und Bezahlung ihrer Arbeit erfolgten fristlosen Kündigungen.

Wir fordern die sofortig Rücknahme der Kündigungen sowie die Aufnahme von Verhandlungen um die Streikpunkte mit dem Gorillas Workers Collective.

Die Aktion stieß nicht nur bei den Ridern auf Sympathie sondern auch bei vielen Passanten*innen, die sich Flyer geben ließen, mit uns sprachen oder per Autohupe Zustimmung bekundeten.

Nähere Informationen zum Arbeitskampf finden sicher hier.

Flyer zur Aktion sind hier in Deutsch und Englisch einsehbar.

There is power in a union!

Solidarität mit dem Arbeitskampf der GDL

Die FAU Frankfurt solidarisiert sich ausdrücklich mit dem aktuellen Arbeitskampf der GDL,
auch – oder gerade – wenn es weh tut!
Wir distanzieren uns von den aktuellen Diffamierungskampagnen, betrieben von Deutscher Bahn, Wirtschaftsverbänden und Politik.

Hände weg vom Streikrecht!

Wir sehen uns bei den Streikposten am Hauptbahnhof!

Folgende Solidaritätserklärung hat die FAU Frankfurt der GDL zukommen lassen.

Aktion bei Gorillas: Maximaler Gewinn bei minimaler Verantwortung!

Gegen die miesen Arbeitsbedingen in der Lieferdienstbranche – hierfür war auch die FAU Frankfurt a.M. unterwegs. Am Aktionstag [Freitag dem 13.] (https://arbeitsunrecht.de/freitag-13/) haben wir vor einer Filiale von Gorillas – dem vergleichsweise neuen Stern am Himmel der prekären Beschäftigung – eine Kundgebung abgehalten, um Passant*innen über die dortigen Arbeitsbedingungen und die Beschäftigten über ihre Rechte zu informieren.

Bei Gorillas werden gewerkschaftlich aktive Mitarbeiter*innen systematisch gemobbt und durch ein toxisches Klima der Unsicherheit unter Druck gesetzt.1

So hat Gorillas bspw. mit allen Mitteln verhindern wollen, das sich Mitarbeiter*innen betrieblich organisieren. Der arbeitnehmerfeindliche Kurs steht für eine gängige Praxis, möglichst profitabel auf dem Rücken seiner Mitarbeiter*innen Gewinn zu erzielen. Gerade in der Lieferdienstbranche wird die Ausbeutung von Lohnabhängigen systematisch durchgesetzt, nicht zuletzt in Form der Unterdrückung von gewerkschaftlicher Betätigung der Arbeitnehmer*innen. Die Marktstrategie des Unternehmens unterliegt ideologisch einem radikalen Kapitalismus, in dem unternehmerische Verpflichtung gegenüber dem Gemeinwohl und der Schutz der Werktätigen als ein zu überwindendes Übel gilt.

Die Absurdität, mit welchen Summen Gorillas nun in Verhandlungen zwecks „Notverkauf“ mit DoorDash tritt, ist kaum noch zu überbieten und lässt nichts Gutes für die Rider erwarten2. Gerade Unternehmen wie Gorillas haben pandemiebedingt massive Gewinne verzeichnen können. Der (gesetzliche) Schutz der Arbeitnehmer*innen und deren Interessensvertretungen ist allerdings solchen Unternehmen nicht einmal eine billige Imagepolitur wert…

Die FAU Frankfurt a.M. ruft daher zum Widerstand gegen Ausbeutervereinigungen wie Domino, Lieferando oder Gorillas auf! Unterstützt die lokalen Betriebsgruppen, um den gesetzeswidrigen und unmoralischen Machenschaften ein Ende zu bereiten!
Wir fordern ein soforitges Ende jeglicher Befristung!
Schluss mit Ausbeutungs- und Unterdrückungsformen wie Lohndumping, unbezahlter Arbeit und Probezeit! Für ein Recht auf menschenwürdige Existenzsicherung – in der Lieferdienstbranche als auch überall!

1. https://taz.de/Arbeitskampf-bei-Lieferdienst-Gorillas/!5774459/
2. https://www.businessinsider.de/gruenderszene/food/doordash-investmentrunde-gorillas-d/ ***

FAU Frankfurt im Arbeitskampf

1.506,28€ Lohnnachzahlung für gekündigten Leiharbeiter

Mitte Mai wandte sich ein gekündigter Leiharbeiter mit der Bitte um Unterstützung an die FAU Frankfurt a. M..
Der Betroffene war bei einer Leiharbeitsfirma mit Sitz in Miltenberg angestellt und fristlos entlassen worden.
Nach gewerkschaftlicher Erstberatung durch Mitglieder der FAU Frankfurt a. M., unter ihnen ein Miglied der Sektion Aschaffenburg, wurde der Betroffene Mitglied unseres Syndikats. Eine gemeinsame Austragung des Konflikts wurde verabredet.
Zuvor hatte eine erste Sichtung vorliegender Unterlagen ergeben, dass dem Kollegen nicht nur Lohn vorenthalten, sondern auch die fristlose Kündigung zu Unrecht ausgestellt wurde.

Um geltende Fristen zu wahren, wurde kurzfristig Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht Aschaffenburg eingereicht. Schon wenige Tage später erreichte unser Mitglied ein Vergleichsangebot seines ehemaligen Chefs.

Nach Gesprächen zwischen diesem und der Gewerkschaft konnte sich auf einen außergerichtlichen Vergleich geeinigt werden.
Mit dem Ergebnis:

– 1.506,28€ (netto) Lohnnachzahlung
– fristgerechte statt fristloser Kündigung und somit die Reduzierung der bis dato hohen Wahrscheinlichkeit einer Sperre für den Bezug von ALG1

Fälle wie dieser zeigen das gewerkschaftliche Organisierung nicht nur wirkt, sondern sich auch lohnt! Dies gilt besonders in prekären Arbeitsverhältnissen.

Deshalb organisieren wir uns und kämpfen gemeinsam gegen Ausbeutung und für eine Gesellschaft, in der Leih- und Lohnarbeit der Geschichte angehören.

Also worauf warten, hinein in die kämpferische Basisgewerkschaft!